Wozu dient eine Scrum Zertifizierung?

Dieser Beitrag beschreibt vor allem die Scrum Zertifizierungen von der Scrum Alliance® und der LeSS Company, für die wir selbst Trainings geben. Es gibt auch viele andere Organisationen wie ICAgile, Scrum.org und viele kleinere, weniger bekannte Zertifizierungsanbieter.

Scrum Zertifizierung – Wozu gibt es sie?

Aus unserer Sicht gibt es vor allem drei Gründe für eine Scrum Zertifizierung:

1. Der unmittelbare Grund:

Für mögliche Arbeitgeber oder Auftraggeber kann ein Zertifikat die Kompetenz eines Bewerbers bestätigen oder unterstreichen. Für uns selbst und Menschen in unserem Netzwerk können wir diese Außenwirkung definitiv bestätigen. Gleichzeitig sind unsere jeweiligen CSM®/CSPO® Trainings sehr wichtige Ereignisse für unser Verständnis von Scrum und dessen Bedeutung für unsere berufliche Praxis gewesen.

Scrum Master (SM) Zertifizierung

Wenn Sie mehr Interesse haben, heißen wir sie gern in unseren Scrum Master Trainings willkommen.

Zur Scrum Master Zertifizierung

2. Lernen von zertifizierten Trainern:

Lernen im Training ist viel wertvoller und konzentrierter als in allen anderen Umgebungen. Und genau hier spielt die Zertifizierung eine wichtige Rolle – aber anders: Der Zertifizierungsanspruch dreht sich um. Man möchte als Teilnehmer einen kompetenten, zertifizierten Trainer haben.

Als Teilnehmer habe ich (Anton hier) in meinen ersten formellen Scrum Trainings manche Dinge erst wirklich verstanden, von denen ich vorher glaubte, sie schon Jahre lang vollständig verstanden zu haben. Dieses neu erlangte tiefe Verständnis ist auch das, was mir als größter Mehrwert von vielen Teilnehmern gespiegelt wird. Es gibt einem Anwender einen deutlich festeren Halt in einer Materie, in der es so viele Halbwahrheiten gibt.

3. Zertifizierung als Pfad:

Weitergehende Zertifizierungen sehe ich als ein Netz aus gepflasterten Straßen mit einer Landkarte dazu. Man entscheidet selbst, welche nächste Kompetenz man erlangen möchte und kann einen Pfad mit Unterstützung gehen. Man könnte auch alles selbst lernen z.B. durch Meetups, Bücher, Videos und eigene Erfahrungen in Organisationen. Um im Bild zu bleiben wäre das der Pfad „durch das Feld“.

Inhaltlich bestehen diese Zertifizierungen aus gegenseitigem Coaching in Gruppen, Events zum gegenseitigen Lernen, zum Teil aus persönlichen Mentoring und Coaching, Community-Engagement und kleinen Trainingseinheiten. Alles mit der Unterstützung von erfahrenen Experten. Dieser Weg ist für Viele schneller und einfacher, als alles auf die eigene Faust zu erkunden.

Wenn Sie überlegen als Agile Coach arbeiten zu wollen, ist dieser Pfad sicherlich einer der schnellsten um dorthin zu gelangen.

Scrum Zertifizierungen – Basisniveau

Die Scrum Alliance bietet 3 verschiedene Basis-Scrum-Zertifikate an:

  • Certified Scrum Master CSM®
  • Certified Scrum Product Owner®
  • Certified Scrum Developer®

Diese Zertifizierungen erhält man nach dem Besuch eines Trainings und im Falle von CSM® nach Absolvieren eines anschließenden Tests. Für CSD® müssen insgesamt fünf Tage investiert werden, bei den anderen sind es mindestens zwei. Wichtig ist: Dieses Zertifikate bestätigen nicht die Arbeitserfahrung in der Rolle, für man zertifiziert wird. Als Trainer kann ich zwar sagen, dass über 50% aller Teilnehmer bereits die Rolle, für die sie im Training sitzen, einnehmen oder es direkt nach dem Training tun, aber garantieren kann ich es nicht. Die Basis-Zertifikate bestätigen vor allem, dass man sich die Zeit genommen hat, eine formelle Bildung in den theoretischen Grundlagen von Scrum zu erhalten. Und sie öffnen Wege für weitergehende Entwicklungsschritte.

Scrum Zertifizierungen – für Fortgeschrittene

Für die beiden Rollen – Product Owner und Scrum Master bietet die Scrum Alliance Advanced-Zertifizierungen an. Der Pfad für Produktentwickler befindet es sich im Moment noch in der Entwicklung. Ein Schaubild:

Scrum Zertifizierung – Die verschienden Entwicklungspfade

Um die Zertifizierung Advanced Certified ScrumMaster (A-CSM) bzw. Advanced Certified Scrum Product Owner (A-CSPO) zu erlangen, braucht man mindestens ein Jahr Erfahrung in der Tätigkeit im jeweiligen Bereich. Man geht dann durch ein Gruppen-Coaching mit virtuellen und Präsenzsitzungen, einem 3-tägigen Training für Fortgeschrittene und einer Menge erforderlichem Selbststudium.

Hier finden Sie die Lernziele für den A-CSM und hier für den A-CSPO.

Scrum Zertifizierungen – Large Scale Scrum

Hat man ein klares und festes Verständnis von Scrum in Umgebungen mit einem Entwicklungsteam, ist es ein guter Schritt zu verstehen, was mit Scrum in größeren Umgebungen passiert. Hier gibt es zwei Zertifizierungen: kurze – Certified LeSS Basics (CLB) oder die längere Certified LeSS Practitioner (CLP).

Je größer die Organisation in der die Arbeit stattfindet, umso größer ist der Einfluss eines Faktors auf jegliche Anpassungsfähigkeit dieser – Organisationsstruktur des Unternehmens. Was es in einem StartUp an Organisations- und Führungsdefiziten gibt, kann häufig durch die persönliche Beziehung geklärt werden. Umgehen mit Organisationsstruktur erfordert anderes Hintergrundwissen und -herangehensweisen.

In CLB wird man für dieses neue Denken sensibilisiert und versteht besser im Detail welcher neue Raum sich vor einem aufspannt. In CLP lernt man Werkzeuge des systemischen Denkens (und andere) kennen und wendet diese selbst an verschiedenen typischen Herausforderungen großer Produktentwicklungsorganisationen an.

Scrum Zertifizierungen – Certified Scrum Professional Stufe

Hat man die Advanced-Stufe erreicht, gibt es im Prinzip einen von Außen ähnlich aussehenden Pfad, um die nächste Stufe – Certified Scrum Professional – zu erreichen. Man kann starten, wenn man mindestens 24 Monate Erfahrung mit der Arbeit in der jeweiligen Rolle nachweisen kann. Es gibt wieder Coachings in Gruppen, Präsenztraining und notwendiges Selbststudium. Das Niveau steigt.

Hier finden Sie die Lernziele für:

Scrum Zertifizierungen – Guide Stufe

Die Prozesse um Certified Scrum Trainer zu werden, sind lang und werden hier genauer beschrieben. Man braucht sehr viel nachgewiesene Trainingserfahrung und Empfehlungen anderer anerkannter Trainer, sehr viel praktische Erfahrung in Scrum in verschiedenen Rollen, viel Engagement in der Community, um sich als Trainer zu qualifizieren. Zum Schluss wird der Trainer-Kandidat von einer Gruppe von großartigen anderen Trainern anhand eines kleinen Trainingsteils, welches er vor Ihnen absolviert, beurteilt.

Um ein Certified Team Coach oder Certified Enterprise Coach zu werden, braucht es sehr viel nachgewiesene Coaching Erfahrung in diesem Bereich. Hier hat Timon eine Menge unserer Learnings von dieser Reise aufgeschrieben. Post 1 und Post 2.

Ich hoffe dieser Beitrag war für Sie hilfreich. Hier stehen unsere Gedanken zum Themen:

  1. Wie funktioniert eine Agile Coach Ausbildung?
  2. Was ist ein Scrum Master?
  3. Was ist ein Product Owner?
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